Ein neues Jahr beginnt und mit ihm die Planung für den Garten nicht nur
des Nutzgartens, nein, auch für ein neues Blumenbeet oder vielleicht
sogar ein größeres Projekt, wie die Neugestaltung des Vorgartens. Dann
vergesst bei diesem ganzen Stress doch bitte nicht die Nützlinge. Die
für uns Menschen von großer Hilfe und Wert sind, auch wenn sie manchem
nur lästig erscheinen.
Allein in Deutschland gibt es ungefähr 560 Bienenarten, also nicht nur unsere Honigbiene
die die meisten kennen. Es gehören Staatenbildende und Solitär, also allein lebende Tiere dazu. Hummeln und Bienen bestäuben nicht nur Zierpflanzen, sondern was sehr wichtig ist ca.
30%
unserer Nahrungspflanzen. Was ich bei meiner Recherche gelernt habe
ist, dass Hummeln auch Bienen sind, sie bilden Staaten und sammeln
ebenfalls Nektar und Pollen für die Brut. Forscher haben ermittelt, dass
allein in Deutschland der Wert für die Bestäubung und der daraus
entstandene Nutzen für uns, sich auf ungefähr 2 Milliarden Euro beläuft.
In der Rangordnung der Nutztiere ist die Honigbiene auf dem 3. Platz,
neben Rind und Schwein. Selbst daraus erkennt man den wirtschaftlichen
Nutzen dieser geflügelten Wesen, wobei natürlich der Geldwert sich für
den einen oder anderen besser anhört.
Hummeln und Wildbienen haben
einen Vorteil gegenüber der Honigbiene, sie fliegen bereits im zeitigen
Frühjahr, denn Nässe und Kälte schrecken sie nicht ab. Es gibt
vielfältige Möglichkeiten den Bestäubern das ganze Jahr über einen
gedeckten Tisch anzubieten. Auf Balkon, Terrasse, Dach und natürlich im Garten können wir das Unterstützen, indem wir Bienen geeignete Nahrungspflanzen anbieten.
Ein Beet oder Balkonkasten mit nur gefüllt blühenden Blüten sind nichts für unsere Nützlinge, nur für den Betrachter. Es ist darauf zu achten eher ungefüllte, einfache Blütenpflanzen auszuwählen. Auch Beerensträucher und Obstbäume sind wichtige
Pollen- und
Nektarlieferanten.
Ganz einfach ausgedrückt etwas mehr Vielfalt anbieten, selbst auf
kleinem Raum und keine Steinwüsten.
Es spricht nichts gegen einen
Steingarten mit seinem vielfältigen Angebot an Blütenpflanzen und
Versteckmöglichkeiten für unsere Nützlinge, aber bitte kein Garten nur
mit Steinen und etwas grün ohne Blüten. Das sieht zwar sehr sauber,
steril und aufgeräumt aus, ist aber unnütz. Ein natürlich anmutender
Steingarten macht auch keinen großen Aufwand in der Pflege und sieht
dabei sehr schön aus.
Die Arten von
Sedum
(Dickblattgewächse), Sempervivum (Dach- oder Hauswurz) oder klein
bleibende Zwiebelpflanzen und Stauden sind genügsame und reich blühende
Gewächse, die sehr wenig Pflege und Aufmerksamkeit benötigen. Es gibt
für jeden Geschmack etwas, wenn man sich nur Gedanken darüber macht.
Vielleicht doch eine Blumenwiese zum relaxen anstatt eines
pflegeintensiven grünen Rasens. Warum nicht mal mutig sein, was anderes
ausprobieren und ein paar Gänseblümchen oder einen blühenden Löwenzahn
im Zierrasen belassen. Dann mit dem Gartenstuhl davor setzen und
beobachten wer alles zu Besuch auf diesen Blüten erscheint.
Damit
dann auch das Bestimmen der Bienchen und Co zum Vergnügen wird, habe ich
noch ein paar gute Bücher und verschiedene Quellen über Nisthilfen,
Pflanzen und bepflanzen aufgeführt:
Wildbienen die anderen Bienen, 5. Auflage, Paul
Westrich, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, ISBN 978-3-89937-136-9
Blumen und ihre Bewohner, 1. Auflage, Margot und Roland
Spohn, Haupt Verlag, ISBN 978-3-258-07905-9
Blütengeheimnisse, 1.
Auflage, Bruno P.
Kremer, Haupt Verlag, ISBN 978-3-258-07782-6
www.wildbienen.info
www.wildbienen.de
www.bmel.de/DE/Tier/Nutztierhaltung/Bienen/bienen_node.html Im Pflanzenlexikon sind
bienenfreundlichen Pflanzen für Balkon und Garten mit
Blühzeitraum und weiteren wichtigen Informationen aufgeführt.
Pflanzen für den Steingarten und Anleitung zum Anlegen desselben, gibt es unter:
www.kaktusmichel.de
www.staudengaertnerei-eidmann.de